Das Schultergelenk, Articulatio humeri

Bewegungen: Bei der Schilderung der Bewegungen im Schultergelenk geht man am besten von der Normalstellung des ruhig herabhängenden Armes aus und bezieht die Bewegungen auf die Scapularebene, die mit der Symmetrieebene einen Winkel von etwa 60° bildet. Wir können unseren Arm in dieser Ebene heben oder vom Rumpf wegführen (Abduktion) und von dieser Stellung aus wieder senken oder an den Rumpf heranführen (Adduktion). Diese Bewegungen erfolgen um eine horizontale, senkrecht auf der Scapularebene stehenden Achse. In dieser Ebene kann man den Arm um fast 90° abduzieren, in der Frontalebene dagegen nur bis 70°.

Ferner können wir den Arm im Schult er gelenk in einer senkrecht auf der Scapularebene stehenden Ebene nach vorn (Vorschwingen oder Anteversion) und nach rückwärts (Rückschwingen oder Retroversion) bewegen. Beide Bewegungen werden auch als Pendeln des Armes bezeichnet. Ihr Ausmaß beträgt etwa 115°. Hebt man den Arm in der Sagittalebene nach vorn, so ist das eine Zwischenbewegung zwischen Pendeln und Abduktion. Schließlich können wir den Arm im Schultergelenk um seine Längsachse kreiseln lassen, und zwar nach innen und nach außen (Innen- und Außenrotation). Diese Bewegungen werden durch den im Ellbogengelenk rechtwinklig gebeugten Unterarm wie durch einen Zeigerhebel angezeigt. Ihr Umfang beträgt etwa 90°.

Anatomie des Schultergelenkes: Die beiden Knochen, die sich im Schultergelenk gegeneinander bewegen, sind das Schulterblatt und das Oberarmbein. Das Schulterblatt ist bereits beschrieben. Hier ist nur noch zu erwähnen, daß der Angulus lateralis der Scapula eine flache, eiförmige Gelenkpfanne, Cavitas glenoidalis, [Fossa articularis] von ungefähr 6 cm2 Oberfläche trägt.

Das Oberarmbein, Humerus (Abb. 31), ist ein gerader Röhrenknochen von 26 bis 38 cm Länge. Man kann an ihm ein proximales Ende, ein Mittelstück oder Humerusschaft, Corpus humeri, und ein distales Ende unterscheiden.

Rechter Humerus

Das proximale Ende ist durch den kugeligen Kopf, Caput humeri, gekennzeichnet. Der Humeruskopf ist durch eine furchenartige Einziehung, den Hals, Collum anatomicum, gegen zwei kräftige Muskelhöcker abgegrenzt. Der größere von beiden, das Tuberculum majus, sieht nach lateral, der kleinere Höcker, Tuberculum minus, nach ventral. Zwischen beiden Höckern zieht eine Rinne nach abwärts, der Sulcus intertubercularis. Die Rinne wird auf den Humerusschaft ver-längert dadurch, daß sich jeder der beiden Muskelhöcker distal in eine Leiste, Crista tuberculi majoris et minoris, fortsetzt. Beide Leisten sind durch Muskelzug hervorgerufen.

Am Übergang vom proximalen Ende zum Schaft verjüngt sich der Humerus sehr deutlich. Diese Stelle heißt Collum chirurgicum.. Da an dieser Stelle wegen der geringeren Dicke leichter Brüche als am oberen Hals (Collum anatomicum) auftreten, haben die Chirurgen diese Stelle als „Hals“ bezeichnet.

Das Mittelstück, Corpus humeri, ist proximal rundlich und besitzt in der Mitte seiner Außenseite eine ziemlich große, längliche Rauhigkeit, Tuberositas deltoidea, die durch den Ansatz des Deltamuskels hervorgerufen wird. Distal und lateral von der Tuberositas deltoidea liegt eine seichte Furche, Sulcus nervi radialis, in der eine Strecke weit der N. radialis dem Periost des Humerus unmittelbar anliegt und bei Brüchen des Knochens an dieser Stelle verletzt werden kann.

Das distale, dreiseitig prismatische Ende des Corpus humeri weist zwei scharfe Kanten, Margo medialis und lateralis, auf.

Das distale Epiphysenende des Humerus wird durch das Ellbogengelenk und die Unterarmmuskeln geformt und soll deswegen erst beim Ellbogengelenk  beschrieben werden.

Die Gelenkpfanne des Schultergelenkes (Abb. 30a, 39, 40) wird von der mit Knorpel bedeckten Cavitas glenoidalis [Fossa articularis] der Scapula gebildet. Diese Gelenkpfanne wird etwas vergrößert durch eine um ihren Rand herumlaufende faserknorpelige Gelenklippe, Labrum glenoidale [Labium articulare].

Die Gelenkpfanne des Schultergelenkes
Die Gelenkpfanne des Schultergelenkes

Der Gelenkkopf ist das Caput humeri, das ein Kugelsegment darstellt und einen 2 mm dicken Knorpelüberzug trägt. Seine Oberfläche ist etwa viermal so groß wie die der Pfanne, so daß sie nur zum Teil der Pfanne anliegen kann. Dieses Mißverhältnis zwischen Gelenkpfanne und Gelenkkopf sowie die Flachheit der Pfanne sind zwei von den Faktoren, die die große Beweglichkeit des Schultergelenkes bedingen. Ein weiterer solcher Faktor ist die Beschaffenheit der Gelenkkapsel. Sie ist ein langer, weiter Sack, der, wenn Luft in ihn eingedrungen ist, ein etwa 1,5 cm weites Abheben des Kopfes aus der Pfanne zuläßt. Die Gelenkkapsel ist nicht überall gleich dick. Ihre vordere Wand ist besonders zart und dünn (Abb. S. 32). Deshalb kommt es nach dieser Richtung besonders leicht und häufig zu Verrenkungen (Luxationen) des Schultergelenkes. Die Kapsel besitzt im wesentlichen nur ein Verstärkungsband, das vom Proc. coracoideus ausgeht und sich am Tuberculum majus befestigt, Lig. coracohumerale.

Die Gelenkkapsel ist nicht überall gleich dick

Die fibröse Schicht der Kapsel geht auf der einen Seite so in das Labrum glenoidale [Labium articulare] über, daß dieses keinen freien Rand besitzt und befestigt sich auf der anderen Seite am Collum anatomicum des Humerus. Nur an der medialen Seite weicht der Kapselansatz bis zum Collum chirurgicum aus, so daß die Epiphysengrenze medial die Oberfläche des Humerus innerhalb der Gelenkhöhle, lateral, am Tuberculum majus, dagegen außerhalb davon erreicht (s. Abb. 39). Auch eine Bruchlinie, die an dieser Stelle quer durch den Humerus läuft, kann also zum Teil intra-, zum Teil extrakapsulär liegen.

Die Kapsel ist bei herabhängendem Arm gegen die Achselhöhle gefaltet. Dadurch entsteht eine besondere Ausbuchtung der Gelenkhöhle, Recessus axillaris, die beim Heben des Armes verschwindet.

Durch das Schultergelenk zieht die Sehne des langen Bicepskopfes, die oberhalb der Cavitas glenoidalis [Fossa articularis] entspringt. Sie durchbricht am Beginn des Sulcus intertubercularis die fibröse Schicht der Kapsel und ist während ihres Verlaufes in dieser Furche von einer röhrenförmigen Aussackung der Synovialschicht der Kapsel, Vagina synovialis intertubercularis, umgeben (s. Abb. 39).

Das Schultergelenk liegt unter einem Dach, das vom Processus coracoideus, dem Acromion und einem kräftigen Band, das sich zwischen diesen beiden Knochenpunkten ausspannt, Lig. coracoacromiale, gebildet wird.

Das Schultergelenk ist ein Kugelgelenk und das frei beweglichste Gelenk unseres Körpers. Damit ist zwangsläufig verbunden, daß es das am wenigsten gesicherte Gelenk ist. Deshalb ist es auch das Gelenk, bei dem am häufigsten Verrenkungen (Luxationen) Vorkommen.

Das Schultergelenk besitzt weder eine Knochen- noch eine Bandführung, sondern lediglich eine Muskelführung. Muskeln aber können durch eine plötzliche Gewalteinwirlmng überrascht werden.

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