Muskeln, die auf die Fingergelenke wirken

A. Lange Muskeln:

1. M. flexor digitorum superficialis, oberfläcliliclier Fingerbeuger  U: Caput humeroulnare: Epicondylus medialis humeri, Proc. coronoideus ulnae Caput radiale: Palmare Fläche des Radius A: Mittelphalangen des 2.—5. Fingers N: N. medianus

2. M. flexor digitorum profundus, tiefer Fingerbeuger U: Palmarfläche der Ulna und Membrana interossea A: Basis der Endphalangen des 2.— 5. Fingers
N: N. medianus und N. ulnaris

3. M. extensor digitorum, Fingerstrecker U: Epicondylus lateralis humeri, Lig. coli. rad. und anulare radii A: Dorsalaponeurose des 2.— 5. Fingers N: N. radialis

4. M. extensor indicis, Zeigefingerstrecker U: Facies posterior ulnae (distales Drittel) A: Dorsalaponeurose des Zeigefingers N: N. radialis

5. M. extensor digiti minimi, Kleinfingerstrecker U: wie Nr. 3 A: Dorsalaponeurose des 5. Fingers N: N. radialis

B. Kurze Muskeln:

1. Mm. lumbricales (4), Regenwurmmuskeln U: Sehnen des Flexor digitorum profundus (in der Hohlhand) A: Radialer Zipfel der Dorsalaponeurose des 2.— 5. Fingers N: N. medianus (I, II) und N. ulnaris (III, IV)

2.    Mm. interossei palmares (3), palmare Zwischenknochenmuskeln U: Ossa metacarpalia II (Ulnarseite), IV und Y (Radialseite) A: Gelenkkapseln der Articulationes metacarpophalangeae und Dorsalapo- neurosen des 2., 4. und 5. Fingers N: N. ulnaris

3. Mm. interossei dorsales (4), dorsale Zwischenknochenmuskeln U: Gegenüberliegende Seitenflächen je zweier Mittelhandknochen (I — V) A: Gelenkkapseln der Articulationes metacarpophalangeae und Dorsalaponeurosen des 2., 3. und 4. Fingers N: N. ulnaris

Die Muskeln, die auf die Fingergelenke wirken, liegen zum Teil am Unterarm, zum Teil an der Hand. Man kann sie demnach in zwei Gruppen: lange und kurze Fingermuskeln einteilen. Die Finger selbst sind frei von Muskeln, sie bestehen in der Hauptsache aus Haut, Sehnen, Knochen, Blutgefäßen und Nerven.

Lange Fingermuskeln

Zur Gruppe der langen Fingermuskeln gehören zwei Fingerbeuger, ein oberflächlicher und ein tiefer, ein gemein-samer Fingerstrecker und zwei besondere Streckmuskeln für den Zeigefinger und für den ö. Finger.

Der Flexor digitorum superficialis (Abb. 51) ist ein breiter, kräftiger Muskel, der mit einem Ursprungsteil bis zum medialen Epicondylus des Humerus hinaufreicht (Caput humero-ulnare), mit einem weitaus größeren Teil dagegen von der palmaren Fläche des Radius entspringt (Caput radiale). Er bildet die mittlere Schicht der Beugemuskeln des Unterarmes und ist im oberen Teil von den drei die oberflächliche Schicht bildenden Muskeln (Flexor carpi radialis, Flex. carpi ulnaris und Palmaris longus) bedeckt. Im unteren Teil des Unterarmes wird er zwischen den Sehnen des Flexor carpi rad. und ulnaris sichtbar. In dieser Gegend entwickeln sich aus seinem Muskelbauch vier Sehnen, die sich so lagern, daß die Sehnen für den 2. und 5. Finger eine tiefe Schicht, die für den 3. und 4. Finger eine oberflächliche Schicht bilden. Dicht zusammengedrängt ziehen sie durch den Canalis carpi in die Hohlhand und von da zum 2. — 5. Finger. In der Höhe der Grundphalanx spaltet sich jede Sehne in zwei Schenkel. Auf diese Weise entsteht ein Schlitz (Hiatus tendinum), durch den die Sehne des Flexor dig. profundus hindurchschlüpft. Nach dem Durchtritt dieser Sehne vereinigen sich die beiden Schenkel der Superficialissehne wieder und ziehen unter teilweiser Überkreuzung ihrer Fasern (Chiasma tendinum) zur Mittelphalanx (s. Abb. 49, 58).

Muskeln und Sehnen von Zeigefinger und Daumen der linken Hand

Die tiefen Flexoren des rechten Unterarms

Tiefste Schicht der Muskulatur der linken Palma manus

Der Flexor digitorum profundus (Abb. 51, 58) gehört zur tiefen Schicht der Beugemuskeln des Unterarmes. Seine Muskelbäuche und Sehnen liegen in einer Schicht nebeneinander, nicht in zwei Schichten übereinander wie beim oberflächlichen Fingerbeuger. Sie haben den gleichen Verlauf wie die Sehnen jenes Muskels, treten an den Fingern durch den Hiatus tendinum und befestigen sich schließlich an den Basen der Endphalangen (Abb. 49).

Der Extensor digitorum (Abb. 52, 53, 55) liegt in der oberflächlichen Schicht der Strecker, zwischen dem Extensor carpi ulnaris und den beiden Extensores carpi radiales. Aus seinem Muskelbauch, der in ganzer Ausdehnung nur von Haut und Fascie bedeckt ist, gehen vier Sehnen hervor, die durch das 4. Fach unter dem Retinaculum extensorum [Lig. carpi dorsale] hindurchziehen. Nach dem Austritt aus ihrem Sehnenscheidenfach bilden sie einen zum 2. — 5. Finger ausstrahlenden Sehnenfächer am Handrücken, der leicht durch die Haut zu beobachten ist. Hie Sehnen des Muskels ziehen zum Fingerrücken und bilden dort zusammen mit den Sehnen der kurzen Fingermuskeln (Mm. lumbricales und interossei) eine Sehnenplatte, die Dorsalaponeurose. Im Bereich des Handrückens sind die Sehnen des Fingerstreckers durch quer oder schräg verlaufende Züge miteinander verbunden, die als Connexus intertendineus [Juncturae tendinum] bezeichnet werden und die die selbständige Streckbewegung des einzelnen Fingers mehr oder minder einschränken (Abb. 55).

Die Muskeln des rechten Unterarms bei Pronationsstellung

Die Extensoren des rechten Unterarms

Sehnen und Sehnenscheiden am linken Handrucken

Am schlechtesten ist es in dieser Hinsicht mit dem 4. Finger bestellt, da seine Streckersehne gleichsam nach beiden Seiten gefesselt ist, d. h. es geht regelmäßig eine Sehnenverbindung von seiner Streckersenne zu der des 5. und 3. Fingers. Die schlechte selbständige Streckbewegung des 4. Fingers ist jedem Klavierspieler bekannt. Man hat deswegen bei Pianisten die Sehnenverbindungen operativ durchtrennt, aber es trat danach durch Narbenbildung usw. eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung ein, woraus man sieht, daß es mit dem ,,eorriger la nature“ so eine eigene Sache ist.

Her Extensor indicis (Abb. 53, 55) gehört zur tiefen Schicht der Strecker. Sein kleiner schmaler Muskelbauch entspringt an der dorsalen Fläche der Ulna und Membrana interossea. Seine Sehne geht mit den Sehnen des gemeinsamen Fingerstreckers durch das 4. Fach unter dem Retinaculum extensorum [Lig. carpi dorsale] hindurch, liegt am Handrücken ulnarwärts von der Zeigefingersehne des Extensor digitorum [communis] und geht mit ihr zusammen in die Dorsalaponeurose des Zeigefingers über. Hurch diesen besonderen Streckmuskel und dadurch, daß die Sehnenverbindung zwischen den Streckersehnen des 2. und 3. Fingers oft fehlt, ist der Zeigefinger in seiner Streckbewegung im Vergleich zum 3., 4. und 5. Finger am unabhängigsten.

Her Extensor digiti minimi (Abb. 53, 55), ebenfalls ein kleiner schmaler Muskel, liegt in der oberflächlichen Schicht der Strecker zwischen dem Extensor digitorum [communis] und Extensor carpi ulnaris. Seine Sehne tritt durch das 5. Fach unter dem Retinaculum extensorum hindurch und spaltet sich auf dem Handrücken in zwei Sehnenstränge, die zusammen mit der Sehne des Fingerstreckers in die Horsalaponeurose des 5. Fingers übergehen.

Kurze Fingermuskeln

Hie Gruppe der MmJumbricales (Abb. 56, 57) wird durch vier rundliche, wurmartige Muskeln (daher die Bezeichnung Spul- oder Regenwurmmuskeln!) dargestellt, die in der Hohlhand unter der Palmaraponeurose liegen und von den radialen Rändern der vier Sehnen des tiefen Fingerbeugers entspringen. Sie strahlen mit ihren dünnen zarten Endsehnen in die Dorsalaponeurose des 2.— 5. Fingers ein und wirken auf das Grundgelenk beugend, auf das Mittel- und Endgelenk streckend (s. Tabelle ).

Grundgelenk (Articulatio metacarpophalangea)

Linke Palma manus nach Entfernung der Haut

Muskuln der linken Hohlhand nach Entiernung der Aponeurosis palmaris

Die Mm. interossei (s. Abb. 22) haben ihren Namen daher, daß sie die Zwischenräume zwischen den Mittelhandknochen ausfüllen. Nach ihrer Lage teilt man sie in die vier Interossei dorsales und die drei Interossei palmares ein.

Schema der Mm. interossei, a = Mm. interossei dorsales, b = Mm. interossei palmares.

Ursprung und Ansatz dieser Muskeln sind aus der Übersicht über die Fingermuskeln und aus  Abb. 49 zu ersehen.

Am Handrücken sieht man nur die Interossei dorsales, in der Tiefe der Hohlhand dagegen kann man sich sämtliche sieben Mm. interossei zu Gesicht bringen.

Die Mm. interossei dorsales bewirken die Abduktion des 2. — 4. Fingers. Die beiden Randfinger, Daumen und 5. Finger, haben ihre eigenen Abduktoren.

Die Mm. interossei palmares dagegen bewirken die Adduktion des 2., 4. und 5. Fingers, während der Daumen wieder seinen eigenen Adduktor hat.

Kennt man diese Wirkungsweise der dorsalen und palmaren Interossei, so kann man sich daraus die Anordnung dieser Muskeln jederzeit selbst ableiten, ohne sie auswendig gelernt zu haben. Dabei ist mir zu berücksichtigen, daß diese Bewegungen um eine Achse vor sich gehen, die man sich durch den Mittelfinger gelegt denken muß. Am Mittelfinger befestigt sich sowohl an der ulnaren wie radialen Seite je ein Interosseus dorsalis (II und III). Deshalb bleibt dieser Finger bei der Abduktions- oder Spreizbewegung der Finger in seiner geraden Stellung stehen (vgl. Abb. 22).
 

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