Die Atemmuskeln

Die Atembewegungen des Brustkorbes werden bewirkt durch Muskeln, die die Zwischenrippenräume ausfüllen: Mm. intercostales. Sie treten in zwei Schichten auf: Mm. intercostales externi und interni.

Die Mm. intercostales externi (Abb. 35, 76, 77, 84), 11 auf jeder Seite, entspringen am Außenrande des Sulcus costae und an der Außenseite einer Rippe und erreichen schräg von dorsal oben nach ventral unten verlaufend den oberen Rand der nächst tieferen Rippe. Sie reichen im Intercostalraum von hinten nach vorn bis zur Knochenknorpelgrenze der Rippen und setzen sich von da an durch dünne Faserzüge mit gleicher Verlaufsrichtung bis an das Sternum fort: Membrana intercostalis externa, die so dünn sind, daß sie die darunterliegenden Mm. intercostales interni durchscheinen lassen.

M. serratus anterior und M m. intercostales

Die linke ventrale und dorsale Brustwand von innen

Die wichtigsten Rückenmuskeln

Die Mm. intercostales interni (Abb. 35, 76, 77) entspringen vom Innenrande des Sulcus costae und ziehen zum oberen Rande und der ganzen Innenfläche der nächst tieferen Rippe. Sie überkreuzen die Fasern der Externi fast unter einem rechten Winkel. Auch sie füllen den Intercostalraum nicht völlig aus, sondern reichen nur, vom Sternum ausgehend, bis zum

Angulus costae. Von dort werden sie durch die Membrana intercostalis interna fortgesetzt.

Die Mm. intercostales externi wirken als Rippenheber und somit als Inspirationsmuskeln, die Mm. intercostales interni als Rippensenker oder Exspirationsmuskeln.

Der Gesamtquersclmitt der Externi ist doppelt so groß wie der der Interni, denn die Inspiration, die den Brustkorb aus seiner Gleichgewichtslage herausbringt, erfordert weit mehr Kraft als die Exspiration, bei der die Schwerkraft sowie das Bestreben der Gelenke und Bänder des Brustkorbes, ihn in die Ruhelage zurückzuführen, fördernd mitwirken, so daß die Interni nur bei starker Atmung als aktive Faktoren aufzutreten brauchen.

Im Sinne der Interni wirken noch Muskeln, die an der Innenseite des Brustkorbes Vorkommen: Mm. subcostales und M. transversus thoracis (Abb. 76, 77).

Den Tntercostalmuskeln entspricht weiterhin eine Gruppe von Muskeln, die ihrer Lage nach zu den Rückenmuskeln gerechnet werden können, sich von den echten Rückenmuskeln aber dadurch unterscheiden, daß sie ebenso wie die Intercostalmuskeln von ventralen Ästen der Spinalnerven innerviert werden. Auch sie stehen zum Teil im Dienste der Atmung.

1. Mm. intertransversarii cervicis:

Es sind 6 kurze, kleine Muskeln, die zwischen den ven¬tralen Höckern, den Rippenresten der Halswirbelquerfortsätze, ausgespannt sind.

2. Mm. intertransversarii laterales lumborum (Abb. 76):

Sie füllen die Zwischenräume zwischen den Rippenresten der Lendenwirbel, den Proc. costarii, aus.

3.    Mm. levatores costarum [transversocostales]:

Es gibt im Bereich der Brustwirbelsäule 12 Paar dieser Muskeln, die nach Ursprung und Ansatz benannt wurden. Sie ziehen vom Querfortsatz zur zugehörigen Rippe (Mm. levatores breves) oder zur nächst tieferen (Mm. levatores longi) und sind Abkömmlinge der Mm. intercostales externi. Sie haben aber keine rippenhebende Funktion, wie ihre Bezeichnung aussagt, sondern sind Drehmuskeln der Wirbelsäule.

4. u. 5. M. serratus posterior (superior und inferior) (Abb. 84):

Zwei dünne Muskelplatten, die am Rücken unter den oberflächlichen Muskeln liegen und über die echten Rückenmuskeln hinwegziehen.

Der Serratus posterior superior entspringt an den Dornfortsätzen der beiden letzten Hals- und der beiden ersten Brustwirbel und zieht schräg nach abwärts zur 2.— 5. Rippe. Er hebt die Rippen, wirkt also wie die Mm. intercostales externi.

Der Serratus posterior inferior entspringt von den Dornfortsätzen des 12. Brust- und der drei ersten Lendenwirbel und zieht mit vier sich überlagernden Zacken zur 9.— 12. Rippe. Er senkt die Rippen.

Die von den Intercostalmuskeln ausgeführten Atembewegungen werden als Rippen- oder Brustatmung bezeichnet. Es gibt noch einen zweiten Atemtypus, die Bauchatmung, so genannt, weil sie in Bewegungen der vorderen Bauchwand sichtbar wird.

Der eigentliche Motor der Bauchatmung ist das Zwerchfell, die dünne Muskelplatte, die die Brusthöhle von der Bauchhöhle trennt. Zieht sich das Zwerchfell zusammen, so drückt es die Bauchorgane nach abwärts, die dann, da sie nach anderer Richtung nicht ausweichen können, die nachgiebige vordere Bauchwand vorwölben. Die Kontraktion des Zwerchfells führt zu einer Inspiration. Die Antagonisten des Zwerchfells sind die die vordere Bauchwand aufbauenden Bauchmuskeln. Ziehen sie sich nach einer durch das Zwerchfell bewirkten Inspirationsbewegung zusammen, so drängen sie die Bauchorgane nach innen und oben, zugleich auch das erschlaffte Zwerchfell. Dadurch wird die Brusthöhle verkleinert. Die Bauchmuskeln wirken also als Exspirationsmuskeln. Die Bewegungen des im Innern unseres Körpers gelegenen, unsichtbaren Zwerchfells spiegeln sich also an der vorderen Bauchwand wider.

Das Zwerchfell, Diaphragma (Abb. 78), ist eine dünne Muskelplatte, die von der Umrahmung der Apertura thoracis inferior und der Lendenwirbelsäule entspringt und in Form von zwei kuppelartigen Vorwölbungen, der rechten und der linken Zwerchfellkuppel, in das Cavum thoracis hineinragt. Seine feingebündelten Muskelfasern befestigen sich an einer in der Mitte des Muskels gelegenen zentralen Sehne, dem Centrum tendineum, das ungefähr die Form eines Kleeblattes besitzt. Auf dem vorderen Blatt ruht das Herz mit dem Herzbeutel, auf den Seitenblättern ein Teil der Lungenbasis.

Zwerchfell

Am muskulösenTeil des Zwerchfells sind nach der Ursprungsstelle drei Teile zu unterscheiden: Lendenteil, Pars lumbalis, Bippenteil, Pars costalis und Brustbeinteil, Pars sternalis.

Die Pars lumbalis besteht aus zwei Schenkeln: Crus dextrum und Crus sinistrum. An jedem dieser beiden Schenkel kann man einen medialen und lateralen Teil unterscheiden.

Das Crus mediale entspringt sehnig von den Körpern des 1.— 3. (4.) Lendenwirbels und tritt dabei in innige Verbindung mit dem Lig. longitudinale anterius der Wirbelsäule. In Höhe des 1. Lendenwirbels trifft es mit dem der anderen Seite zusammen und bildet so den sehnig umrandeten Aortenschlitz, Hiatus aorticus, für den Durchtritt der Körperschlagader oder Aorta. Die von dem Sehnenstreifen des Crus mediale entspringenden Muskelfasern kreuzen sich oberhalb des Hiatus aorticus und weichen dann wieder auseinander, um eine zweite, muskulös umrandete Öffnung, das Speiseröhrenloch, Hiatus oesophageus [Foramen oesophagicum], frei zu lassen.

Die Muskelfasern des Crus laterale gehen von zwei Sehnenbögen aus, Arcus lumbocostalis medialis und lateralis, die nach den beiden Muskeln, die sie überspannen, dem M. psoas und quadratus lumborum, auch als Psoas- und Quadratusarkade bezeichnet werden. In der älteren Nomenklatur waren sie als innere bzw. äußere Hallersche Bögen benannt ).

Der Arcus lumbocostalis medialis oder Psoasarkade zieht vom 1. (2.) Lendenwilbelkörper zur Spitze seines Proc. costarius, der Arcus lumbocostalis lateralis oder Quadratusarkade von diesem Punkt zur Spitze der 12. Rippe.

Die Pars costalis, der Fläche nach der größte Teil des Zwerchfells, entspringt von den Knorpeln der 7.— 12. Rippe, mit den Ursprungszacken des M. transversus abdominis abwechselnd (s. Abb. 76). Die Muskelfasern ziehen bogenförmig zur Zentralsehne.

Die Pars sternalis, der kleinste Teil des Zwerchfells, entspringt von der Innenfläche des Schwertfortsatzes und dem hinteren Blatt der Rectusscheide.

Zwischen ihr und der Pars costalis liegt ein kleiner, muskelfreier Bezirk, die Larreysche Spalte des Zwerchfells, durch die die Art. epigastrica superior hindurchtritt.

Zwischen dem Crus laterale der Pars lumbalis und der Pars costalis sowie der 12. Rippe bleibt oft eine größere dreieckige Stelle frei von Muskulatur: Trigonum lumbocostale, Bochdaleksches Dreieck. An dieser Stelle können Baucheingeweide in die Brusthöhle Vordringen: Zwerchfellbruch, Hernia diaphragmatica.

Außer einer Durchtritts Öffnung für die Aorta und den Ösophagus enthält das Zwerchfell im Centrum tendineum noch eine Öffnung für die untere Hohlvene, Foramen venae cavae.
 

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