Der Schädel als Ganzes

Äußere Oberfläche des Schädels

An der äußeren Oberfläche des Schädels kann man eine obere und untere, eine vordere und hintere sowie zwei seitliche Gegenden unterscheiden.

a) Die obere Gegend

Sie wird als Schädeldach, Calvaria, bezeichnet und reicht von den oberen Augenhöhlenrändern bis zur Linea nuchae superior. Gegen die seitliche Gegend wird sie durch die Linea temporalis superior abgegrenzt. Sie ist glatt und gewölbt. Der mittlere und höchste Teil ist der Scheitel, Vertex, der vordere flache Teil die Stirn, Frons, der nach hinten abfallende Teil das Hinterhaupt, Occiput.

b) Die vordere Gegend (Abb. 145)

Ansicht des Schädels schräg von vorn

Sie bildet die knöcherne Grundlage für das Gesicht und wird deswegen als das knöcherne Gesicht, Facies ossea, bezeichnet. Bei der Betrachtung dieser Gegend des Schädels fallen besonders drei große Öffnungen auf, zwei paarige und eine unpaare. Die paarigen sind die Zugänge zu den beiden Augenhöhlen, Aditus orbitae, die vom Stirnbein, Jochbein und Oberkiefer umrahmt werden. Die unpaare Öffnung ist die bimförmige Öffnung, Apertura piriformis. Sie stellt den Zugang zur knöchernen Nasenhöhle dar, an deren Rändern sich beim Lebenden die Nasenknorpel anheften. Der untere Rand dieser Öffnung ist zum vorderen Nasenstachel, Spina nasalis anterior, ausgezogen.

Seitlich von der Apertura piriformis liegt die Fossa canina und noch weiter lateral erhebt sich die knöcherne Grundlage der Wange, die vom Jochbein und dem Processus zygomaticus maxillae gebildet wird.

Der untere Abschnitt des Gesichtsskelettes wird vom Unterkiefer mit seiner Protuberantia mentalis gebildet.

1. Die Augenhöhle, Orbita (Abb. 168, 169)

Linke Orbita, von vorn mit rot eingezeichneten Knochengrenzen

Die Augenhöhle kann man mit einer ungefähr vierseitigen Pyramide vergleichen, deren Basis, der Aditus orbitae, nach vorn lateral, deren Spitze nach hinten medial gerichtet ist. Ihre vier Wände sind: Paries medialis [nasalis] oder mediale Wand, Paries lateralis [temporalis] oder laterale Wand, Paries superior oder Dach und Paries inferior oder Boden der Augenhöhle. Der Aditus orbitae hat einen oberen, Margo supraorbitalis, und einen unteren Rand, Margo infraorbitalis.

Sieben Knoehen bilden diese Wände:

1. Maxilla (Facies orbitalis und Proc. frontalis),

2. Os lacrimale,

3. Os ethmoidale (Lamina orbitalis),

4. Os palatinum (Proc. orbitalis),

5. Os frontale (Facies orbitalis),

6. Os sphenoidale (Ala minor und major),

7. Os zygomaticum (Facies orbitalis).

Im Grunde der Orbita liegen zwei große Spalten, von denen die obere, Fissura orbitalis superior [cerebralis], in die mittlere Schädelgrube, die Fissura orbitalis inferior [sphenomaxillaris] in die Fossa temporalis und pterygopalatina führt (Abb. 166).

Fossa temporalis und Fossa interatemporalis

Vorn an der medialen Wand liegt die Fossa sacci lacrimalis, die sich nach abwärts in den Canalis nasolacrimalis fortsetzt.

Für den Eintritt und Austritt von Nerven und Gefäßen besitzt die Orbita folgende Löcher, Eanäle und Spalten: Canalis opticus [fasciculi optici], Fissura orbitalis superior, Foramen ethmoidale anterius, Foramen ethmoidale posterius ( → Schädelhöhle), Canalis nasolacrimalis ( → Nasenhöhle), Fissura orbitalis inferior ( → Fossa pterygopalatina), Canalis zygomaticus, Aditus orbitae, Canalis zygomaticofacialis, Foramen supraorbitale, Canalis infraorbitalis ( → Gesicht).

2. Die knöcherne Nasenhöhle, Cavum nasi [ossei] (Abb. 154, 155)

Frontalschnitt durch die Nasenhöhle

Sie bildet die knöcherne Umrahmung der beiden Nasenhöhlen, die durch das Nasenseptum voneinander getrennt werden. Vorne haben beide Nasenhöhlen eine gemeinsame Mündung in der Apertura piriformis, hinten besitzt jede Nasenhöhle eine eigene Öffnung, die Choana.

Jede Nasenhöhle hat fünf Wände: eine obere, untere, mediale, laterale und hintere Wand.

Die schmale obere Wand oder das Dach der Nasenhöhle wird vom Nasenbein, Stirnbein und der Lamina cribrosa des Siebbeins gebildet.

Die untere Wand oder der Boden der Nasenhöhle ist breiter und leicht konkav. Sie setzt sich aus dem Gaumenfortsatz der Maxilla und der Lamina horizontalis [palatina] des Gaumenbeins zusammen.

Die hintere Wand, die nur im oberen Teil der Nasenhöhle vorhanden ist, ist die Vorderfläche des Keilb einkör pers. In ihr liegt die Öffnung der Keilbeinhöhle.

Die mediale Wand ist die Nasenscheidewand, die vom Vomer und der Lamina perpendicularis [mediana] des Siebbeins aufgebaut wird.
 
Die laterale Wand ist am verzwicktesten aufgebaut. Sie ist gekennzeichnet durch die drei Nasenmuscheln: Concha nasalis superior, media und inferior, von denen die beiden ersten Teile des Siebbeins sind, während die Concha nasalis inferior ein selbständiger Schädelknochen ist.

Durch die vorspringenden Nasenmuscheln werden aus der Nasenhöhle drei von vorn nach hinten verlaufende Rinnen oder Gänge (Abb. 154, 155) herausgeschnitten: Meatus nasi superior (unterhalb der oberen Muschel), Meatus nasi medius (unterhalb und lateral von der mittleren Muschel) und Meatus nasi inferior (unterhalb und lateral von der unteren Muschel).

Der zwischen den Muscheln und der Nasenscheidewand gelegene Abschnitt der Nasenhöhle, eine schmale Spalte, ist der gemeinsame Nasengang, Meatus nasi communis. Er setzt sich hinter den Muscheln in den beim Menschen ganz kurzen Nasenrachengang, Meatus nasopharyngeus, fort, so genannt, weil er den Übergang von der Nasenhöhle zum Rachen (Pharynx) darstellt. In ihm mündet von oben her der Recessus sphenoethmoidalis, eine sehr wechselnd ausgebildete Nische oder Bucht zwischen dem Siebbein und der Vorderfläche des Keilbeinkörpers.

Trägt man die vorspringenden Teile der unteren und mittleren Muschel ab, so kann man den Aufbau der lateralen Wand der Nasenhöhle im Bereich des unteren und mittleren Nasenganges genauer studieren.

Im unteren Nasengang wird die laterale Wand aus drei Knochen aufgebaut:

1. Facies nasalis maxillae,

2. Processus maxillaris der unteren Muschel,

3. Lamina perpendicularis [maxillaris] des Gaumenbeins.

Im mittleren Nasengang beteiligen sich folgende Knochenteile am Aufbau seiner seitlichen Wand: Os lacrimale, dem sich von unten her der Processus lacrimalis der unteren Muschel anlagert, Processus uncinatus des Siebbeins und Lamina perpendicularis [maxillaris] des Gaumenbeins.

Der Processus uncinatus lagert sich vor die weite Öffnung des Sinus maxillaris und verbindet sich an seinem unteren Ende mit dem Processus ethmoidalis der unteren Muschel. Über dem Processus uncinatus liegt eine besonders große und stark vorspringende Siebbeinzelle, die Bulla ethmoidalis. Dadurch entsteht ein sichel- oder halbmondförmiger Spalt, Hiatus ethmoidalis [semilunaris], der sich am Weichteilpräparat durch einen trichterförmigen Kanal, Infundibulum ethmoidale, in die Kieferhöhle fortsetzt.

In die Nasengänge und den Recessus sphenoethmoidalis münden die Nebenhöhlen der Nase in folgender Weise aus:

In die Nasengänge und den Recessus sphenoethmoidalis münden die Nebenhöhlen der Nase in folgender Weise aus
Unterhalb des Recessus sphenoethmoidalis liegt das Foramen spheno- [pterygo] palatinum, das nur am Knochenpräparat vorhanden ist und dem Durchtritt von Nerven und Gefäßen aus der Fossa pterygopalatina dient (Abb. 167).

Sagittalschnitt durch die rechte Augenhöhle

3. Der knöcherne Gaumen, Palatum osseum

Der knöcherne Gaumen bildet das Dach der Mund- und den Boden der Nasenhöhle. Er setzt sich aus den Processus palatini der beiden Maxillen und aus den Laminae horizontales der Gaumenbeine zusammen. Diese vier Bausteine des knöchernen Gaumens stoßen in zwei Nähten zusammen, der sagittalen Sutura palatina mediana und der queren Sutura palatina transversa. Im vorderen Abschnitt der Sutura mediana, dicht hinter den Schneidezähnen, liegt das Foramen incisivum, die Mündung des Canalis incisivus, der die Nasen- und die Mundhöhle miteinander verbindet.

Bei kindlichen Schädeln kann man oft noch eine Naht beobachten, die vom Foramen incisivum ausgeht und in der Regel zwischen dem seitlichen Schneidezahn und dem Eckzahn hindurchzieht. Durch diese paarige Sutura incisiva wird aus den beiden Maxillen ein besonderer, selbständiger Knochen herausgeschnitten, das Os incisivum (Inter- oder Praemaxillare), das beim Erwachsenen durch Verknöcherung der Sutura incisiva ganz mit den Maxillen verschmolzen ist. Dieser Knochen wurde beim Menschen von keinem Geringeren als J. W. Von Goethe entdeckt.

Im hinteren Teil des knöchernen Gaumens findet man das Foramen palatinum majus sowie die Foramina palatina minora. Die Gaumenflächen der beiden Maxillen sind rauh und höckerig. Sie tragen Längsleisten und -furchen, Sulci palatini, in denen Gaumennerven und -gefäße verlaufen. Am hinteren Rand springt die Spina nasalis posterior vor. Vorn und seitlich wird der knöcherne Gaumen vom Proc. alveolaris der Maxillen umrahmt.

c) Die seitliche Gegend des Schädels

Bei Betrachtung des Schädels von der Seite fällt vor allem die horizontale Brücke zwischen Gesichts- und Hirnschädel, der Jochbogen, Arcus zygomaticus, auf, der sich aus dem Processus temporalis des Jochbeins und dem Processus zygomaticus des Schläfenbeins zusammensetzt.

Ferner bemerkt man drei Vertiefungen: die Schläfengrube, Fossa temporalis, die Unterschläfengrube, Fossa infratemporalis, und die Flügelgaumengrube, Fossa pterygopalatina. Am oberflächlichsten liegt die Fossa temporalis, tiefer die Fossa infratemporalis und am tiefsten und verstecktesten die Fossa pterygopalatina. Die beiden letzteren kann man nur an einem Schädel ohne Unterkiefer deutlich übersehen.

1. Die Schläfengrube, Fossa temporalis (Abb. 166)

Sie ist flach, aber ausgedehnt und nimmt einen großen Teil der seitlichen Schädelwand ein. Ihre knöcherne Grundlage, das Planum temporale, bilden folgende Knochen: Os frontale (Facies temporalis), Os sphenoidale (Ala major), Os parietale, Os temporale (Squama). Sie wird vorn vom Jochbein, oben und hinten von den Lineae temporales begrenzt. Als untere Grenze gilt die Crista infratemporalis und der untere Rand des Jochbogens. Die Schläfengrube wird zum größten Teil vom Schläfenmuskel, M. temporalis, ausgefüllt. Infolgedessen tritt die Grube bei alten Menschen, bei denen der Muskel atrophisch geworden ist, besonders deutlich hervor. Man spricht dann von ,,eingesunkenen Schläfen“.

2. Die Unterschläfengrube, Fossa infratemporalis (Abb. 166)

Sie setzt die Schläfengrube nach unten fort, ist aber viel tiefer als diese. Ihre mediale Wand wird vom Processus pterygoideus, ihre vordere Wand von der Facies infratemporalis und dem Processus alveolaris des Oberkiefers gebildet. Im hinteren Teil ist sie vom Großen Keilbeinflügel und dem horizontalen Teil der Schläfenbeinschuppe überdacht. Ausgefüllt wird sie von dem unteren Abschnitt des M. temporalis und dem M. pterygoideus lateralis sowie durch Gefäße und Nerven. Durch die Fissura orbitalis inferior [sphenomaxillaris] setzt sie sich in die Augenhöhle fort und zwischen Tuber maxillae und der Basis des Proc. pterygoideus vertieft sie sich zu einer spaltförmigen Schlucht, der Fossa pterygopalatina.

3. Die Flügelgaumengrube, Fossa pterygopalatina

Sie liegt, wie ihr Name sagt, zwischen dem Proc. pterygoideus des Keilbeins und dem Gaumenbein. Oben ist sie verhältnismäßig geräumig, verschmälert sich nach unten und geht in den Canalis pterygopalatinus über. In diese Grube, die nur Nerven und Gefäße enthält, münden das Foramen [Canalis] rotundum und der Canalis pterygoideus. Mit der Nasenhöhle steht sie durch das Foramen sphenopalatinum, mit der Augenhöhle durch die Fissura orbitalis inferior in Verbindung (Abb. 166, 168, 169).

Категорія: Einführung in die Anatomie, Bewegungsapparat |
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