Der Fuß als Ganzes

Der menschliche Fuß hat die ganze Last des Körpers zu tragen. Zum Auffangen von Druck und Last ist bekanntlich die Gewölbekonstruktion am günstigsten. Deshalb zeigt auch der menschliche Fuß eine solche Konstruktion: ein Quer- und ein nur beim Menschen vorhandenes Längsgewölbe, das vor allem dem Auffangen der Last dient. Die Fußpunkte dieses Längsgewölbes sind am Knochengerüst: das Tuber calcanei und die Köpfchen der Mittelfußknochen (am stärksten das Köpfchen des Os metatarsale, am Weichteilfuß: der Fersen- und die Zehenballen.

Dem von oben wirkenden Druck, der sich über den Talus auf Calcaneus einerseits und Mittelfuß andererseits verteilt (Abb. 101), wirkt nun das Fußgewölbe durch aktive Komponenten entgegen: es ist verformbar durch die Arbeit der so überaus zahlreichen Muskeln der Fußsohle und ihrer Sehnen, wobei dem durch Abb. 99 erläuterten Steigbügel und vor allem der Sehne des Flexor hallucis longus besondere Bedeutung zukommt, die das Sustentaculum talare unterfängt. Alle diese Muskeln üben bei ihrer Kontraktion, deren Stärke reflektorisch durch das Auftreten der Fußsohle reguliert wird, einen Zug auf das Längsgewölbe aus, so daß sich bei stärkerer Belastung der Abstand Calcaneus Mittelfußköpfchen eher verkleinert als vergrößert! Daher kommt es andererseits, daß langes Stehen ermüdet, sogar mehr ermüdet als Gehen, weil beim Gehen die in Frage kommenden Muskeln nicht einer Dauerkontraktion ausgesefët sind. Eine passive Verklammerung des Längsgewölbes durch zwei starke bindegewebige Gebilde, die Plantaraponeurose und das lange Fußsohlenband, Lig. plantare longum, kommt zu der erwähnten aktiven Muskelklammer hinzu.

Zur Konstruktion des Fußgewölbes

Fußsohle mit „Steigbügel“.

Die Aponeurosis plantaris (Abb. 129) liegt in der Fußsohle besonders im Bereich der Eminentia plantaris media. Sie entspringt am Tuber calcanei, ist zunächst mit dem von ihr bedeckten Flexor digitorum brevis fest verwachsen, löst sich dann von diesem Muskel und spaltet sich in 5 Längszüge auf, die sich an den Grundgelenken der Zehen befestigen. Diese Längszüge werden wie bei der Palmaraponeurose der Hand durch quere Faserzüge, Fasciculi transversi, miteinander verbunden. Ein schwächerer Zug der Aponeurose verhält sich entsprechend zum Abductor digiti minimi (Pars lateralis aponeurosis plantaris).

Die Plantaraponeurose

Das Lig. plantare longum (s. Abb. 101) geht von der plantaren Fläche des Calcaneus aus und zieht distal zu den Basen der Ossa metatarsalia. Oberflächliche Züge gehen über die an der plantaren Fläche des Würfelbeines vorhandene Furche und die Sehne des M. fibularis longus hinweg und machen so aus der Furche einen Kanal, Canalis plantae.

Das Längsgewölbe des Fußes ist an der medialen Seite höher als an der lateralen, die auf der Unterlage aufruht. Diese Gewölbekonstruktion des menschlichen Fußes zeigt sich deutlich an seiner Fußspur (Abb. 102). Sie weist an der medialen Seite einen tiefen Einschnitt auf, der vorn vom Abdruck des Zehenballens, hinten von dem des Fersenballens und außen von dem des lateralen Fußrandes begrenzt wird. Je höher das Fußgewölbe oder der Rist des Fußes ist, um so mehr dringt der mediale Einschnitt der Fußspur lateralwärts vor. Dies kann so weit gehen, daß der Fersen-abdruck von dem des Zehenballens vollständig getrennt wird.

Die menschliche Fußspur

Dann spricht man von einem Hohlfuß, Pes cavus. Sinkt das Fußgewölbe ein, so verschwindet die Fußhöhlung und es entsteht der Plattfuß, Pes planus, dessen Abdruck durch das Fehlen des medialen Einschnittes gekennzeichnet ist. Der Plattfuß ist meistens vergesellschaftet mit dem Knickfuß, Pes valgus, der so zustande kommt:

Die Belastungslinie des Fußes (= Traglinie, Abb. 88) trifft den Talus und den Galcaneus etwas nach innen von dem hinteren Stützpunkt des Fußgewölbes, dem Tuber calcanei. Dadurch hat dieser Knochen dauernd die Tendenz, nach innen umzuknicken im Sinne einer Pronationsbewegung. Dieses Umknicken wird — wie zuvor erwähnt — normalerweise vor allem durch aktive Muskelleistung verhindert (M. flexor hallucis longus, der das Sustentaculum talare unterstützt!). Werden diese Muskeln beruflich durch dauerndes Stehen, wie z. B. bei Bäckern, Zahnärzten u. a. übermüdet, so kommt es allmählich zur Ausbildung eines Plattknickfußes, Pes planovalgus.

Die Konstruktionslinien des Beins

Plattet sich das quere Fußgewölbe ab, so verbreitert sich der Vorfuß deutlich (Pes transversus, Spreizfuß).

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