Das Handgelenk, Articulatio manus

In diesem Gelenk erfolgen die Bewegungen der ganzen Hand gegen den Unterarm. Zum Studium dieser Bewegungen geht man von folgender Stellung der Hand aus: Der Handrücken liegt in der gleichen Ebene wie die dorsale Fläche des Unterarmes, und die Längsachse der Hand fällt mit der des Unterarmes zusammen. Von dieser Stellung aus können wir die Hand gegen den Unterarm abwinkeln, und zwar nach dorsalwärts (Dorsalflexion) um etwa 70° und palmarwärts (Palmarflexion) um 80 bis 90°. Diese Bewegungen nennt man die Flächenbewegungen der Hand. Ferner können wir noch die beiden Ränder der Hand gegen den Unterarm abwinkeln (Rand- oder Abduktionsbewegungen), nach radial um 15 — 20°, nach ulnar um 45°. Eine Kombination der Flächen- und Randbewegungen führt zum Handkreisen (Circumduktion), das meistens noch mit Kreiselbewegungen, d. h. Pro- und Supination verbunden ist.

Die Flächen- und Randbewegungen der Hand erfolgen in zwei Gelenken:

1.    im proximalen Handgelenk, das zwischen Radius und proximaler Reihe der Handwurzelknochen liegt und deshalb als Articulatio radiocarpea bezeichnet wird,

2.    im distalen Handgelenk, das zwischen der proximalen und distalen Reihe der Handwurzelknochen liegt (Articulatio mediocarpea).

Das proximale Handgelenk (Abb.47,48) ist ein Eigelenk, da sein Gelenkkopf, der von den proximalen Gelenkflächen des Scaphoideum, Lunatum und Triquetrum gebildet wird, eiförmig gestaltet ist. Man kann an ihm eine radioulnare konvexe Fläche mit langer Achse und eine darauf senkrecht stehende dorsopalmare konvexe Fläche mit kurzer Achse unterscheiden. Als Eigelenk ist es flächenläufig und besitzt entsprechend seinen beiden Hauptachsen zwei Grade der Freiheit. Die erwähnten Handwurzelknochen sind durch kurze Bänder, Ligg. intercarpea interossea, zu einem einheitlichen, aber nicht starren Gelenkkörper zusammengeschweißt. Die Gelenkpfanne wird von der doppelt facettierten Facies articularis carpea des Radius, die mit dem Scaphoideum und Lunatum artikuliert, und dem bereits bei der Articulatio radioulnaris distalis erwähnten Discus articularis gebildet.

Schnitt durch die Carpalgelenke. Fingerskelett von der Seite

Die Gelenkhöhle kann in Verbindung stehen mit der Art. radioulnaris distalis, der Art. mediocarpea (meistens zwischen Scaphoideum und Lunatum) oder der Art. ossis pisiformis.

Verstärkungsbänder dieses Gelenkes sind das Lig. radiocarpeum dorsale und palmare sowie das Lig. ulnocarpeum palmare.

Beim proximalen Handgelenk ist besonders zu beachten, daß von den beiden Unterarmknochen nur der Radius in direkter gelenkiger Verbindung mit der Hand steht, die Ulna dagegen nicht. Man sagt deshalb auch: der Radius trägt die Hand. So ist auch verständlich, daß bei einem Fall auf die Hand etwa der Radius bricht, nicht aber die Ulna, obwohl sie in ihrem distalen Teil schwächer als der Radius ist.

Das distale Handgelenk liegt zwischen der proximalen und der distalen Reihe der Handwurzelknochen. Die Gelenklinie verläuft nicht gleichmäßig bogenförmig wie beim proximalen Handgelenk von radial nach ulnar, sondern unregelmäßig S-förmig, so daß am proximalen und distalen Gelenkkörper sowohl eine Gelenkpfanne wie ein Gelenkkörper nebeneinanderliegen. Der Gelenkkopf des proximalen Gelenkkörpers wird von der radialen Hälfte des Scaphoideum gebildet, die Gelenkpfanne vom ulnaren Teil dieses Knochens sowie vom Lunatum und Triquetrum. Die Gelenkpfanne des distalen Gelenkkörpers wird vom Trapezium und Trapezoideum gebildet, der Gelenkkopf vom Capitatum und Hamatum (Abb. 47,48). Die Gelenklinie des distalen Handgelenkes entspricht ungefähr der Rascetta, d. h. der distalen der beiden queren Hautfurchen an der palmaren Seite des Unterarmes an der Grenze gegen die Hand. Die proximale Hautfurche entspricht dem Gelenkspalt des proximalen Handgelenkes (Abb. 46).

Die Weichteilgrenzen und die Handlinien der rechten Hand

Die Gelenklinien des distalen Handgelenks

An den Bewegungen der Hand gegen den Unterarm sind immer beide Abteilungen des Handgelenkes beteiligt, aber nicht immer in gleichem Ausmaß. So geht z. B. die Palmarflexion hauptsächlich in der Art. radiocarpea, die Dorsalflexion hauptsächlich in der Art. mediocarpea vor sich.

Bei den Bewegungen der Hand kommt es, wie Röntgenaufnahmen gezeigt haben, zu deutlichen Verschiebungen und Stellungsänderungen der Handwurzelknochen, die man auch zum Teil an der eigenen Hand abtasten kann, z. B. stärkeres Vorspringen des Scaphoideum an der palmaren Seite am Beginn des Daumenballens bei Radialabduktion der Hand.

Категорія: Einführung in die Anatomie, Bewegungsapparat |
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